Viltrox AF 35mm F1.2 LAB Z vs. Nikon NIKKOR Z 35mm f/1.2 S
Zwei 35er f/1.2 fürs Nikon-Z-System – gleiche Mission, völlig anderes Preis-Level.
Beide Objektive adressieren denselben Kernbedarf: eine kompromisslos lichtstarke 35‑mm‑Festbrennweite (f/1.2) für das Nikon‑Z‑System – mit maximaler Freistellung, hoher Low‑Light‑Tauglichkeit und professioneller Bedienbarkeit.
Die Differenz liegt weniger in „kann f/1.2“ als in Systemtiefe, Korrektur-Ökosystem und der Frage, wie viel der letzten 10–15 % Perfektion (und der Nikon‑typischen Integrationsvorteile) den rund 3× höheren Kaufpreis rechtfertigen.
Vergleichstabelle Viltrox AF 35mm F1.2 und Nikon NIKKOR Z 35mm f/1.2 S
Quellenbasis: Herstellerangaben (Nikon/Viltrox), plus konsolidierende Testdaten, wo Herstellerseiten keine Detailtiefe liefern. [11]
| Merkmal | Viltrox AF 35mm F1.2 LAB Z | Nikon Nikkor Z 35mm f/1.2 S |
| Bajonett | Nikon Z | Nikon Z |
| Brennweite | 35 mm | 35 mm |
| Max. Blende | f/1.2 | f/1.2 |
| Min. Blende | f/16 | f/16 |
| Optischer Aufbau | 15 Elemente / 10 Gruppen (u. a. 5×ED, 3×HR, 2×Asph.) | 17 Elemente / 15 Gruppen (3×ED, 1×Asph‑ED, 3×Asph; mehrere Nikon‑Vergütungen) |
| Blendenlamellen | 11 | 11 (abgerundet) |
| Naheinstellgrenze | 0.34 m | 0.30 m |
| Max. Abbildungsmaßstab | 0.17× | 0.20× |
| Filtergewinde | 77 mm | 82 mm |
| Maße | Ø 89.2 mm × 123.5 mm | Ø 90 mm × 150 mm |
| Gewicht | ≈ 970 g | ≈ 1060 g |
| Optischer Stabilisator | nein (IBIS‑abhängig) | nein (IBIS‑abhängig) |
| Wetter-/Staubschutz | „weather‑sealed“ (Hersteller/Tests: abgedichtet) | abgedichtet / „hardened“ / wetterfest (Tests/Hersteller) |
| Bedienung | Blendenring de‑click (endlos/unmarkiert), 2 Fn‑Buttons, Display; USB‑C/Bluetooth‑Firmware-Updates | Steuerring (assignbar), 2 L‑Fn‑Buttons, Fokus‑Ring, AF/MF; Kamera‑Lens‑Profile/Steuerung |
Beide Objektive sind groß, schwer – mit 11 Lamellen und ohne optischen Stabilisator (IBIS übernimmt den Job). Hier die Eckdaten:
- Viltrox 35/1.2 LAB Z: 970 g, 89,2 × 123,5 mm, 77 mm Filter, Naheinstellgrenze 0,34 m, 0,17×
- Nikon Z 35/1.2 S: 1060 g, ca. 90 × 150 mm, 82 mm Filter, Naheinstellgrenze 0,30 m, 0,20×
Was du in der Praxis sofort merkst: Das Nikon ist spürbar länger und schwerer – am Gimbal/auf langen Reportage-Tagen ein Faktor. Das Viltrox punktet mit 77-mm-Filtern (ND/Pol günstiger). Beide liegen aber gut in der Hand an der Nikon Z8.
Optik: Schärfe ist bei beiden super
Viltrox: extrem scharf – aber bei f/1.2 sichtbar dunklere Ecken
OpticalLimits etwa bewertet das Viltrox schon bei f/1.2 als „excellent“. Seine beste Schärfe erreicht es abgeblendet bei f/2.8 bis f/4.
Der typische Nachteil einer f/1.2-Linse ist hier aber deutlich zu sehen: starke Vignettierung. Bei f/1.2 beträgt der Helligkeitsabfall zu den Ecken laut Test über 2,2 EV (ohne Korrektur). Aktivierst du die Korrektur im Workflow, wird das spürbar besser – ganz weg ist es bei Offenblende aber nicht.
Dazu kommt: Beim getesteten Vorserienmodell war noch kein Verzeichnungsprofil vorhanden. Die Verzeichnung liegt nativ bei rund 0,7 % Kissenform (pincushion) – also eher wenig, aber messbar vorhanden.
Nikon: High-End-Rendering + Video-Sweetener (Breathing)
Beim Nikon bekommst du diese typische S-Line-Ansage: sehr hohe optische Performance, dazu Coatings/Design-Fokus auf Kontraststabilität und Gegenlichtkontrolle. Nikon nennt u. a. Meso Amorphous / Nano Crystal / ARNEO Coats.
Der große Praxis-Hebel ist das Fokusverhalten: Cameralabs misst 0 % Fokusatmung (∞ → 0,47 m) und nennt eine Fokusfahrt von 0,66 s (∞ → 0,47 m). Wenn du Video drehst oder im Hybrid-Workflow konsistent bleiben willst, ist das Gold wert: Bildwinkel bleibt stabil, Pull-Focus wirkt „cine-clean“.
Bokeh & Look: Der Punkt, an dem sich die Linsen unterscheiden
Viltrox: sehr „saubere“ Highlights, modern-crisp
Besonders lobenswert ist die sehr glatten Unschärfekreise nahe Bildmitte, quasi kein Outlining, und dank 11 Lamellen bleibt es auch abgeblendet angenehm rund. LoCA/Bokeh-Fringing ist bei f/1.2 sichtbar, wird ab f/2 deutlich besser und ist ab ca. f/2.8 weitgehend raus.
Nikon: „Storytelling-Bokeh“ + maximaler System-Finetune
Nikon positioniert die Linse explizit als Storytelling-Tool mit weichem Bokeh-Übergang.
In der Praxis berichten Tests teils von sichtbarer Vignette bei f/1.2, die schnell weniger wird (z. B. im RAW-Workflow in Photoreview: bei f/1.2 sichtbar, bei f/1.8 weitgehend weg).
Autofokus & Workflow: “Set-and-Forget” vs. “Power-User”
Nikon: Systemtiefe als Business-Argument
Nikon-OEM heißt: volle Integration, predictable Behaviour, typische „keine Experimente“-Performance. Cameralabs beschreibt zudem, dass der AF hörbar sein kann (je nach AF-Modus), und dass Nikon für Video teils bewusst langsamer/ruhiger fährt – das ist bei den f/1.2-S-Linsen nicht ungewöhnlich.
Viltrox: sehr gut – plus Firmware-Ökosystem
Viltrox bewirbt beim LAB-35er u. a. App-/Bluetooth-Firmware und ein Display am Objektiv; das bestätigen auch Reviews.
Das ist mega, wenn du gern Features und Control hast – aber es ist auch ein Hinweis: Drittanbieter = Firmware-Thema bleibt eher dynamisch.
Kompatibilität, Firmware, Profile und IBIS‑Aspekte
Das Viltrox arbeitet elektronisch tief integriert (AF, Funktionsring, Fn‑Buttons), bringt aber eine eigenständige Firmware‑Update‑Konzept mit: USB‑C‑Port und App‑/Bluetooth‑Updates werden in mehreren Quellen bestätigt.
Zusätzlich publiziert Viltrox explizite Body‑Firmware‑Kompatibilitätslisten (Lens Compatibility List v1.0.5) für eine Reihe von Z‑Kameras (Foto/Video „Compatible“ bei definierten Firmwareständen).
Beim Nikon ist die Profil-/Korrektur-Integration systemisch: In Tests wird eine kameraseitige Steuerbarkeit von Vignette/Distortion/Diffraction genannt, wobei der Umfang und die Abschaltbarkeit je nach Nikon‑Lens variiert.
Beide Objektive besitzen keine optische Stabilisierung; die Stabilisierung erfolgt über die kamerainterne Sensor-Shift‑Stabilisierung kompatibler Z‑Bodies.
Firmware, Support und Langzeitrisiken
Viltrox setzt auf Firmware‑Agilität (USB‑C/Bluetooth‑Updates, Kompatibilitätslisten). Das ist funktional attraktiv, bedeutet aber auch: Bei Body‑Firmware‑Updates auf Nikon‑Seite kann „Abhängigkeit von zeitnahen Lens‑Updates“ entstehen – ein Thema, das native Nikon‑Linsen typischerweise weniger stark betrifft.
Auf Viltrox‑Shop‑Ebene werden Rückgabe/Umtausch innerhalb kurzer Frist und eine einjährige Garantie genannt (Herstellerangabe).
Zusätzlich existiert ein Unsicherheitsfaktor (Stand: Anfang 2026) durch Berichte über rechtliche Spannungen zwischen Nikon und Viltrox im Kontext Z‑Mount‑Themen. Die öffentlich zugänglichen Artikel sind teils als Gerüchtelage formuliert; der praktische Impact ist derzeit nicht verifizierbar, sollte aber in einer professionellen Risikoabwägung (Investitionsschutz, Firmware‑Update‑Politik) zumindest als „Tail‑Risk“ erwähnt werden.
Preis & Value: Hier entscheidet sich der ganze Vergleich
Nikon NIKKOR Z 35mm f/1.2 S Preis: 3.199 €
Für dich, wenn du hybrid (Foto+Video) arbeitest, in Jobs keine Überraschungen willst und Workflow-Sicherheit priorisierst: Nikon-Integration, sehr kontrolliertes Verhalten beim Fokussieren (inkl. Fokusatmung) und das „S-Line-Ökosystem“.
Viltrox AF 35mm f/1.2 LAB Z Preis: 999 €
Für dich, wenn du maximale f/1.2-Performance pro Euro willst und bereit bist, ein bisschen aktiver zu managen (Profile/Firmware/Feintuning). Der Z-Mount-Viltrox hat schon bei f/1.2 sehr hohe Schärfe und insgesamt ein extrem starkes Preis-Leistungs-Setup.
Das Nikon kostet etwa 3× so viel. Und genau da musst du ehrlich sein: Kaufst du die letzten Prozent (Integration, Verhalten, Sicherheit) – oder brauchst du primär den f/1.2-Look und Schärfe?
Fazit: Die richtige Entscheidung ist überraschend einfach
Wenn du Systemstabilität, Hybrid-Performance und reproduzierbare Ergebnisse brauchst, ist das Nikon NIKKOR Z 35mm f/1.2 S der „No-Drama“-Pick – teuer, aber als Produktionswerkzeug brutal gut.
Wenn du f/1.2-Look + High-End-Schärfe willst und für dein Workflow Korrekturen/Profiles ohnehin kein Problem ist, ist das Viltrox AF 35mm f/1.2 LAB Z ein echtes 35mm-Monster! Mein Tipp ist die Viltrox!