München hat einige der fotogensten U-Bahnhöfe Deutschlands. Seit den späten Achtzigern wurden viele Stationen von Architekten und Künstlern individuell gestaltet – mit markanten Farben, Lichtinstallationen und ungewöhnlicher Architektur. In diesem Artikel zeige ich dir die schönsten U-Bahn-Stationen in München – inklusive Fototipps, Kamera-Einstellungen und den besten Zeiten für ruhige Aufnahmen.
Das sind Münchens schönste U-Bahnhöfe
Westfriedhof zählt zu den bekanntesten Fotospots der Münchner U-Bahn. Prägend sind vor allem die elf überdimensionalen Leuchtkuppeln in Gelb, Rot und Blau, die zusammen mit den roh belassenen und blau angestrahlten Gleiswänden eine fast filmische Lichtstimmung erzeugen. Die Lichtinstallation stammt von Ingo Maurer.
Das Olympia-Einkaufszentrum wirkt mit seinen reflektierenden Edelstahlpyramiden, den goldfarbenen Trägern und der blauen Decke fast wie das Innere eines futuristischen Raumschiffs. Gerade bei symmetrischen Perspektiven entsteht hier ein sehr grafischer, moderner Look.
Flower-Power! Riesige Blumen an den ganz in weiß gehaltenen Wänden und die vielen stylischen Hängelampen sorgen für ein cooles Ambiente. Die Blumenmotive stammen vom Münchner Künstler Martin Fengel. Für die detailgetreue Nachbildung hat er Blüten und Pflanzen in Moosach fotografiert und diese als Inspiration für die Riesenmotive genutzt.
Fertiggestellt in 2010 ist die Station „Moosacher St.-Martins-Platz“ eines der neuesten U-Bahnhöfe in München. Das Highlight des Bahnhofs sind die beiden Gleiswände, die mit sage und schreibe 76.000 Einzelfotos im Format 11×15 cm geschmückt sind. Entworfen wurde die Rauminstallation von dem japanischen Künstler Masayuki Akiyoshi. Er fotografierte ein Jahr lang die Infrastruktur, Architektur und Pflanzenwelt von Moosach und packte sie in eine 120 Meter lange Foto-Wand mit dem Namen Moosacher „Forst“.
Die Wandinstallation „Die große Reise“ mit gut 400 Metalltafeln beinhaltet neben farbigen Rechtecken auch zahlreiche Bilder aus der Umgebung und der ganzen Welt (z. B. aus Berlin oder New York). Zu verdanken haben die Münchner das Farbenspiel dem Altöttinger Künstler Franz Ackermann. Das Bauwerk kommt komplett ohne Säulen aus und gehört mit einer Höhe von etwa 7,50 Metern zu den höchsten U-Bahnstationen in München. Die spiegelnde Decke aus poliertem Edelstahl verstärkt die Wirkung noch mehr.
Die Wandgestaltung wirkt zunächst fast chaotisch, entfaltet aus der seitlichen Perspektive aber ihre eigentliche Wirkung: ein grafisches Labyrinth. Die schwarz-weiße Struktur trifft auf eine kräftig orangefarbene Gegenwand und macht Oberwiesenfeld zu einem der kontrastreichsten U-Bahnhöfe in München.
Großhadern wurde 1993 eröffnet und fällt durch seine gelben Säulen, die steinartig gestalteten Gleiswände und den mit Granitplatten ausgelegten Bahnsteig auf. Die Kombination wirkt ungewöhnlich und fast skulptural – besonders in der zentralen Perspektive.
Interaktive Fotospot-Karte: U-Bahn-Stationen in München
Ausrüstung für U-Bahn-Fotografie
Für gelungene Fotos in Münchner U-Bahnhöfen ist vor allem ein Weitwinkelobjektiv hilfreich. Damit lassen sich Architektur, Symmetrien und Raumwirkung besonders gut einfangen. Zusätzlich helfen Fernauslöser oder Selbstauslöser, wenn du mit längeren Belichtungszeiten arbeitest und Verwacklungen vermeiden möchtest. Ein Stativ kann fotografisch sinnvoll sein, ist in der Münchner U-Bahn aber in der Regel genehmigungspflichtig.
Für meine Fotos nutze ich aktuell eine Nikon Z8 mit dem Weitwinkelobjektiv NIKKOR Z 14-30mm f/4 S.
U-Bahn-Fotografie: die richtigen Einstellungen
Das Fotografieren in U-Bahnhöfen ist technisch anspruchsvoll: künstliches Licht, starke Kontraste und oft wenig Platz verlangen nach korrekten Kameraeinstellungen. Mit einer gut gewählten Kombination aus Verschlusszeit, Blende und ISO lassen sich Architektur, Lichtstimmung und Dynamik jedoch sehr kontrolliert aufnehmen.
Verschlusszeit
Für viele U-Bahn-Motive sind längere Belichtungszeiten besonders wirkungsvoll. Zeiten von etwa 2 bis 4 Sekunden helfen dabei, die Lichtstimmung der Station einzufangen und ein- oder ausfahrende Züge mit leichter Bewegungsunschärfe darzustellen. Das bringt Dynamik ins Bild.
Blende
Für Architektur- und Innenraumaufnahmen empfiehlt sich meist eine Blende von f/8 bis f/11. So erreichst du eine große Schärfentiefe, wodurch Vordergrund, Bahnsteig und Hintergrund möglichst gleichmäßig scharf abgebildet werden.
ISO
Den ISO-Wert solltest du möglichst niedrig halten, idealerweise im Bereich von ISO 64 bis 200. Das reduziert Bildrauschen und sorgt für eine saubere, detailreiche Aufnahme – besonders bei statischen Motiven und längeren Belichtungszeiten.
Praxis-Tipp
Wenn du mit längeren Belichtungszeiten arbeitest, helfen Fernauslöser oder Selbstauslöser, um Verwacklungen zu vermeiden. Bei Kameras mit Bildstabilisator kann es zudem sinnvoll sein, diesen bei absolut ruhiger Kameraposition zu deaktivieren.
U-Bahn-Fotografie: Fragen und Antworten
Erkan Eren
Fotografie, Digitalstrategie & Online MarketingErkan Eren ist Fotograf und Leiter E-Commerce, Marketing & CRM in einem Versicherungskonzern. Er verbindet über 25 Jahre Erfahrung in Digitalfotografie mit datengetriebenem Marketing und digitaler Transformation. Seine Arbeit vereint Fotografie mit digitaler Strategie und Markenwirkung.






