Pferde fotografieren: Einstellungen, Objektive & Tipps für bessere Pferdefotos

Pferde fotografieren Einstellungen

Pferde sind beeindruckende Motive – aber fotografisch anspruchsvoll: Sie bewegen sich ständig, das Licht wechselt schnell, und schon kleine Fehler bei Fokus oder Verschlusszeit machen ein Bild weich. Du findest ein kompaktes Cheat Sheet für praxiserprobte Setups für typische Situationen.

Pferde fotografieren: Einstellungen

Nutze 70–200mm für natürliche Proportionen und ruhige Hintergründe.
Für Bewegung: AF-C/Servo + Serienbild + mind. 1/1600s.
Für Porträts: offene Blende, Fokus aufs Auge, weiches Licht (morgens/abends).
Schaffe Abstand zum Hintergrund – so wirkt das Pferd automatisch freigestellt.
Bei wenig Licht (z.B. in der Reithalle) gilt: lieber ISO hoch als unscharf – oder besser AUTO-ISO

Serienbild-Modus in der Pferdefotografie – so triffst du Timing, Ausdruck und Action zuverlässig

Aktiviere beim Pferde fotografieren konsequent den Serienbild-Modus – er ist einer der größten „Trefferquote-Booster“, weil Pferde extrem schnell zwischen perfekten und unvorteilhaften Momenten wechseln. Mit Serienbildern brauchst du nicht den einen „magischen Klick“, sondern sicherst dir eine kurze Bildsequenz, aus der du den besten Frame auswählst – ideal für Galopp, Reitbilder, Wettkämpfe, aber auch für ruhige Portraits, bei denen es um Mikro-Ausdruck geht.

Das richtige Objektiv für Pferdefotos

Für starke Pferdefotos ist ein 70–200mm f/2,8 (z. B. das NIKKOR Z 70–200 mm 1:2,8 VR S) ein echter No-Brainer, weil die längere Brennweite den klassischen Tele-Look liefert: Du bekommst eine angenehm komprimierte Perspektive (optische „Stauchung“), wodurch Proportionen ruhiger wirken und der Pferdekörper oft harmonischer und eleganter rüberkommt – gerade bei Porträts, Kopfstudien oder Details wie Mähne und Muskulatur. Gleichzeitig sorgt f/2,8 für ein cremiges Bokeh und damit für diese „automatische Freistellung“, die den Background clean macht und das Motiv wie ein Premium-Hero-Shot aus dem Bild poppen lässt (Schärfentiefe/Blende und Brennweite sind hier die Hebel). Mit 200 mm hast du zudem genug Sicherheits- und Bewegungsradius, kannst also dynamisch mitgehen, ohne dem Pferd auf die Pelle zu rücken – ideal, wenn das Tier sensibel ist oder du Action im Trab/Galopp einfängst

Cheat Sheets: Beispiel-Einstellungen für Pferdefotografie

Porträt draußen (weiches Licht)

1/800 | f/4 | Auto-ISO (Limit z. B. 6400) | AF-C + Tier-Augen-AF | Mittel | 200 mm

Starte mit 1/800 s, f/4 und Auto-ISO (Limit z. B. 6400), damit du feine Mähnen-Strukturen knackig einfrierst und trotzdem ein softes Bokeh bekommst. Stell auf AF-C + Tier-Augen-AF, damit das Auge als Key-Detail sicher sitzt, und nutze Serienbild „Mittel“, um Mikro-Momente (Ohren nach vorn, entspannter Blick) zuverlässig zu catchen, ohne dich durch tausende Frames zu wühlen. Fotografiere gern bei ~200 mm für einen ruhigen, „komprimierten“ Hintergrund .

Porträt mit dunklem Hintergrund

1/800–1/1600 | f/4 | Auto-ISO | AF-C + Tier-Augen-AF · 135–200 mm

Für diesen Look setzt du auf 1/800–1/1600 s, f/4 und Auto-ISO – so bleiben Blick, Ohren und feine Fellstruktur knackscharf, selbst wenn das Pferd minimal den Kopf bewegt. Mit AF-C + Tier-Augen-AF hält die Nikon Z8 das Auge als Fokus-Anker zuverlässig fest. Tipp: Achte auf leichtes Seitenlicht für schöne Kontur am Hals und genug Abstand zum Hintergrund.

Außenaufnahme bei Sonnenuntergang

1/1000 s | f/3.2–f/4 | ISO: 400–800 | AF-C + Tier-Augen-AF · 135–200 mm

Das Pferd steht zwar relativ ruhig, bewegt aber Kopf/Ohren ständig minimal – 1/1000 s hält Augen und Mähne sauber. f/3.2–f/4 gibt dir genug Schärfentiefe für Kopf + Hals, bleibt aber schön „cremig“ im Hintergrund. In der warmen Abendsonne bist du realistisch bei ISO 400–800, je nach Gegenlicht/Abstand zur Sonne und wie dunkel dein Hintergrund ist. Tele bei ~200 mm sorgt für den ruhigen, komprimierten Look und ein hochwertiges Bokeh.

Pferdefotografie mit Assistent: Mehr Ruhe, mehr Kontrolle, bessere Fotos

Ein Assistent ist in der Pferdefotografie einer der größten Qualitäts-Hebel – nicht, weil er „mehr Action“ macht, sondern weil er dir Ruhe, Sicherheit und Kontrolle ins Shooting bringt. Während du Licht, Bildaufbau und Fokus perfektionierst, übernimmt der Assistent das Set-Management: Er achtet auf Abstand, beruhigt das Pferd, checkt Details (Halfter/Trense, Mähne, Schmutzstellen) und sorgt für den Moment, in dem Ohren, Blickrichtung und Ausdruck stimmen. Das Ergebnis: weniger Chaos, weniger Ausschuss – und deutlich mehr Premium-Frames in kürzerer Zeit. So arbeitet ihr pferdefreundlich und effektiv:

Rollenverteilung klar definieren: Du gibst nur Foto-Kommandos („Blick nach links“, „Ohren“, „ein Schritt vor“), der Assistent kommuniziert mit Pferd/Handler. Eine Stimme, ein System – das senkt Stress.
Reize minimal dosieren: Leise Geräusche, ein kurzes Rascheln, Handzeichen oder Belohnung über Leckerli – immer kurz, immer kontrolliert. Ziel ist Aufmerksamkeit, nicht Aufregung.
Welfare first: Alles, was das Pferd verunsichert (laute Sounds, hektische Bewegungen, „Clown-Nummern“), ist tabu. Ein entspanntes Pferd liefert die beste Mimik und ist langfristig kooperativer.
Safety & Liability: Der Assistent denkt mit: Standort, Fluchtweg, Wind, andere Pferde, lose Gegenstände. Das ist nicht nur Profi-Standard – das ist Risikomanagement.

FAQ: Pferdefotografie

Erkan Eren

Erkan Eren

Fotografie, Digitalstrategie & Online Marketing

Erkan Eren ist Fotograf und Leiter E-Commerce, Marketing & CRM in einem Versicherungskonzern. Er verbindet über 25 Jahre Erfahrung in Digitalfotografie mit datengetriebenem Marketing und digitaler Transformation. Seine Arbeit vereint Fotografie mit digitaler Strategie und Markenwirkung.

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